Conférence de Stefan Pigulla: “Burnout”

 

Am Montag dem 6. Februar 2006 ab 16.00 Uhr haben sich über 30 Lehrer des Lycée Technique pour Professions de Santé in der Kantine des Centre de Formation Luxembourg zusammengefunden um einem Vortrag zum Thema Burnout zu folgen.

 

 

Die Initiative einen Vortrag zu diesem Thema zu organisieren ging von der Schulprojektgruppe „gesond liewen? am LTPSanté!“ aus. Dieses Schulprojekt läuft seit 2004 und bisher waren vor allem die Schüler Nutzniesser der gesundheitsfördernden Initiativen im LTPS. Da Burnout ein häufiges Gesundheitsproblem in helfenden Berufen ist, unter anderem im Lehrer- und im Krankenpflegeberuf, sind die Lehrer des LTPS doppelt gefährdet.

 

 

Stefan Pigulla, der das Thema in seinem 2-stündigen Vortrag sehr lebhaft vorstellte und mit einigen praktischen Selbsterfahrungsübungen illustrierte, ist selbst Krankenpfleger und hat sich in der Transaktionsanalyse weitergebildet. Er stellte diese als eine Methode zur Behandlung des Burnout-Syndroms vor.

Nach dem Vortrag haben die Teilnehmer den Abend bei einer gesunden Erfrischung gemütlich ausklingen lassen.

 

 

Hier folgt eine Zusammenfassung des Vortrags vom Referenten selbst verfasst.

Der Begriff des Burnouts (körperlich und seelisch ausgebrannt zu sein) wurde Mitte der 70ziger Jahre von dem amerikanischen Psychiater Herbert Freudenberger zum ersten Mal benannt. Er bemerkte bei sich und anderen Berufskollegen nach Jahren leidenschaftlicher Arbeit Phasen von Veränderungen im körperlichen, seelischen und sozialen Bereichen. Die Untersuchungen wurden später auf andere soziale Berufsgruppen ausgedehnt.

Besonders auffallend war, dass Personen mit hohem Idealismus und Engagement für diesen schleichenden Veränderungsprozess anfällig waren. Die Beteiligten begannen, Ihren Enthusiasmus zu verlieren, werteten Ihre Clienten zunehmend mit Zynismus ab und zogen sich sozial zunehmend zurück. Im fortgeschrittenen Stadien wurden viele körperlich und / oder seelisch krank. Schlimmstenfalls kam es zu schweren Depressionen mit suizidalen Reaktionen. Wann ein Burnout beginnt und wie lange die Phasen dauern, ist nicht generalisierbar. Ebenfalls sind die Ursachen unterschiedlich:

  • externer Stress
  • interner Stress durch zu hohe Ansprüche an sich selbst
  • unverarbeitete Konflikte
  • Traumatisierung

issenschaftlich gibt es unterschiedliche Erklärungsmodelle, es lässt sich aber ein Kontext bezüglich der Phasen eines Burnouts bilden:

1. Phase :

Der Betroffene arbeitet mit hohem Ergeiz, will sich und anderen ständig die eigene Arbeitsqualität unter Beweis stellen. Man kann von einer gewissen „Verbissenheit“ in Ideale sprechen

2. Phase :

Der Betroffene erhöht den Arbeitseinsatz, deligieren fällt immer schwerer und es entsteht die innere Haltung, unentbehrlich zu sein.

3. Phase :

Um den überzogenen Ansprüchen kräftemäßig entsprechen zu können, rücken die persönlichen Bedürfnisse zunehmend in den Hintergrund, soziale Kontakte werden vernachlässigt.

4. Phase :

Es werden Unstimmigkeiten bei sich und mit anderen wahrgenommen, die Konflikte werden aber nicht gelöst, sondern verdrängt. Jetzt beginnen oft auch die ersten körperlichen und seelischen Störungen.

5. Phase :

Es kommt zur emotionalen Abstumpfung, privater Isolation und früher wichtige Alltagsdinge, wie z.B. Hobbys, werden vernachlässigt.

6. Phase :

Auftretende Probleme werden verleugnet, Aggressionen und Intoleranz anderen gegenüber nehmen zu.

7. Phase :

Es beginnt der zunehmende Rückzug, Dienst wird nur noch nach Vorschrift gemacht.

Häufig wird jetzt zu Drogen, Medikamenten und Alkohol gegriffen

8. Phase :

Der Betreffende wird in seiner Wesensveränderung für andere deutlich wahrnehmbar, Ängstlichkeit und Apathie nehmen zu.

9. Phase :

Es kommt zur Depersonalisierung, das bedeutet: Der Kontakt zu sich selbst reißt ab. Das Leben wird nur noch mechanisch erlebt.

10. Phase :

Die innere Leere und Sinnlosigkeit wird immer intensiver, vorhandenes Suchtverhalten wird verstärkt.

11. Phase :

Depression: In diesem Stadium gleicht das Burnout einer Depression. Gleichgültigkeit, Hoffnungslosigkeit, Erschöpfung, Schlafstörungen und Apathie sind mögliche Kardinalsymptome.

12. Phase :

Das Burnout-Syndrom. Es kommt zum völligen körperlichen und seelischen Zusammenbruch. Selbsttötungsideen nehmen zu und werden schlimmstenfalls in die Tat umgesetzt. Die Behandlung des Burnout-Syndroms ist, je nach Intensität, unterschiedlich. Beispielsweise gilt Phase 12 als medizinischer Notfall. Anderen Betroffenen reicht eine ausreichende Erholung im Rahmen einer Kurmaßnahme. Medikamentöse Stabilisierung durch Psychopharmaka und eine begleitende Psychotherapie sind weiterhin eine Behandlungsform. Es kann auch nötig sein, die Tätigkeit oder den Beruf zu wechseln. Ein weiterer, wesentlicher Aspekt ist die Frage, wie der betreffende mit Stress umgeht. Hierzu ist das sogenannte „Dreitaktmodell“ nach F.Vester hilfreich.

  • stressauslösende Reize setzten unseren Körper in Alarmzustand, um zu kämpfen oder zu flüchten
  • jetzt sollte die Bewegungs- oder Kampfphase einsetzten, wodurch die Stresshormone und Cholesterin wieder abgebaut werden.
  • Es folgt die Phase der Entspannung

 

 

Aufgrund dieses biologischen Modells schlage ich Teilnehmern, die unter starkem Stress stehen und wenig Bewegung haben, vor, dem Stress durch eine regelmäßige Sportart zu begegnen. Zur Konfliktanalyse- und Bewältigung nutze ich Konzepte der Transaktionsanalyse nach Dr. Eric Berne.

 

Stefan Pigulla / Pädagoge/ Krankenpfleger / Supervisor

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